Die Bedeutung des Fliegenpilzes: Name, Glückssymbol und Märchen
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Der Fliegenpilz (Amanita muscaria) ist wohl der bekannteste Pilz der Welt. Der rote Hut mit den weißen Punkten steht in Kinderbüchern, auf Glückwunschkarten, am Weihnachtsbaum und in Logos. Wie wurde ausgerechnet er zum Glückssymbol?
Woher der Name „Fliegenpilz“ kommt
Der Name stammt aus einem alten Hausgebrauch. Stücke des Pilzes wurden in gezuckerte Milch gelegt, Fliegen wurden davon angelockt und starben. Daher „Fliegenpilz“ im Deutschen, „muchomor“ im Ukrainischen und „fly agaric“ im Englischen. Ähnliche Namen gibt es in vielen weiteren Sprachen.
Glückssymbol in Deutschland und Österreich
Im deutschsprachigen Raum steht der Fliegenpilz in einer Reihe mit Hufeisen, vierblättrigem Kleeblatt, Schornsteinfeger und Glücksschwein. Zu Silvester verschenkt man kleine Fliegenpilz-Figuren, Marzipanpilze und Neujahrskarten mit dem roten Pilz.
Woher das Wort „Glückspilz“ kommt
Interessant: Das Wort „Glückspilz“ war ursprünglich eher abwertend. So nannte man Emporkömmlinge, die plötzlich „wie Pilze aus dem Boden schossen“. Die positive Bedeutung „Mensch, der Glück hat“ setzte sich erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch.
Fliegenpilz in Märchen und zu Weihnachten
In europäischen Märchen wohnen unter dem Fliegenpilz Zwerge und Wichtel, und auf Bildern des 19. Jahrhunderts steht er oft neben ihnen. Gläserne Fliegenpilze hängen am Christbaum, und die rot-weißen Farben passen gut zum Weihnachtsschmuck.
Hat der Weihnachtsmann etwas mit dem Fliegenpilz zu tun?
Es gibt auch die These, das Bild des Weihnachtsmanns im rot-weißen Gewand gehe auf den Fliegenpilz und sibirische Schamanen zurück. Fachleute halten sie für unbelegt: Direkte historische Beweise fehlen.
Fliegenpilz in den Kulturen des Nordens
In Sibirien hatte der Fliegenpilz über Jahrhunderte eine rituelle Bedeutung für Schamanen. Viele heutige Mythen über den Pilz gehen auf diese Traditionen zurück.
Der Berserker-Mythos
Die verbreitete Geschichte, skandinavische Berserker hätten sich mit Fliegenpilzen in Kampfrausch versetzt, ist nicht belegt.
Warum gerade Rot?
Die einfachste Erklärung für seine Beliebtheit ist die Farbe. Der leuchtend rote Hut mit weißen Punkten fällt schon von Weitem auf, ist leicht zu zeichnen und bleibt im Gedächtnis. Auch der Marienkäfer wurde wegen seiner roten Farbe und der Punkte zum Glücksbringer.

Schön, aber giftig
Bei aller Märchenhaftigkeit bleibt der Fliegenpilz ein Giftpilz. Er enthält Ibotensäure und Muscimol, die auf das Nervensystem wirken. Bewundern Sie ihn im Wald, auf Karten und am Weihnachtsbaum.
Wie Sie den Fliegenpilz vom Pantherpilz unterscheiden, lesen Sie in unserem Artikel „Fliegenpilz und Pantherpilz unterscheiden“.
Über Muhomornya
Muhomornya ist ein Onlineshop für getrocknete Pilze.